Nadine Schön (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages

Politikalltag

Politikalltag – Eine Woche in Berlin

Oft werde ich gefragt: Wie sieht denn so der Alltag einer Abgeordneten aus?

 

Montag

Meine Arbeitswoche in Berlin beginnt meist montags um 4 Uhr. Um frühzeitig im Büro zu sein, nehme ich meist den ersten Flieger von Saarbrücken in die Bundeshauptstadt.

In meinem Büro angekommen, erwarten mich Akten, Einladungen, Briefe, Dokumente und Fachzeitschriften. Den Montag nutze ich gerne dazu, diese Dinge zu bearbeiten und mich auf die Themen der anstehenden Woche vorzubereiten.

Am Abend komme ich mit meinen Kollegen aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz zusammen, um bundes- und landespolitische Angelegenheiten zu besprechen.

Dienstag

Am Dienstagmorgen treffen sich die Fachpolitiker unserer Fraktion in den Arbeitsgruppen (AG). Da ich Mitglied in den AGs für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie Wirtschaft und Technologie bin, die beide fast zeitgleich tagen, muss ich nicht selten zwischendurch die Sitzungssäle wechseln.
In den AG-Sitzungen werden die aktuellen Themen des jeweiligen Fachbereichs besprochen. Außerdem werden die Ausschuss- und Plenarsitzungen vorbereitet. Dabei ist jeder Abgeordnete als Berichterstatter für bestimmte Themen zuständig. In diesen Themen sollte man immer auf dem neusten Stand sein, um die Kollegen über neue Entwicklungen informieren zu können. Dabei ist das Gespräch mit Fachleuten und eine gute Information sowie gute Mitarbeiter von allergrößter Bedeutung.

Am Nachmittag, pünktlich um 15 Uhr, versammeln sich alle Abgeordnete unserer Fraktion im Reichstagsgebäude. Auch die Kanzlerin ist immer dabei und berichtet der Fraktion über die aktuelle Regierungsarbeit.

Mittwoch

Die Sitzungen der Ausschüsse machen den Auftakt am Mittwoch. Hier wird mit dem politische Gegner verhandelt und diskutiert – alles im relativ kleinen Kreis, da nur die Fachpolitiker vertreten sind. Für mich, als ordentliches Mitglied in zwei Ausschüssen, kann das mal wieder bedeuten: ein hin und her zwischen den Sitzungssälen. Das ist besonders spannend, wenn es zu Abstimmungen kommt. Da zählt bei knappen Mehrheiten jede Stimme.

Am Nachmittag steht die Bundesregierung zu Fragen im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes zur Verfügung. Abgeordnete haben dann die Möglichkeit, ihre Anliegen entweder von einem Minister, oder einem Staatssekretär direkt beantworten zu lassen.

Donnerstag

Der vorletzte Tag der Berliner Woche beginnt mit den Plenarsitzungen im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes.

Viele von Ihnen haben bestimmt schon im Fernsehen gesehen, wie eine solche Sitzung abläuft. Und vielen ist bestimmt aufgefallen, dass der Saal mit den markanten blauen Stühlen fast nie voll besetzt ist.

Das liegt einfach daran, dass vor allem die Fachpolitiker anwesend sind, die sich mit dem jeweiligen Thema besonders gut auskennen und dafür zuständig sind.
Die anderen Kollegen nehmen zur gleichen Zeit an weiteren Ausschusssitzungen teil, oder erledigen Büroarbeiten. Ein Plenartag dauert nicht selten bis in die späten Abendstunden.

Freitag

Am Freitag wird die Plenarsitzung fortgesetzt.– Anträge, Gesetzesgebungsverfahren, Anfragen der Opposition, Aktuelle Stunden, etc. Im Gegensatz zum Vortag, enden die Sitzungen am Freitag aber in der Regel am frühen Nachmittag. Je nach Arbeitslage erwische ich dann noch knapp das Flugzeug um Viertel nach drei zurück ins Saarland, oder ich nehme die Maschine abends um Viertel vor neun.
Und das sind nur die unumstößlichen Termine. Dazwischen liegen zahlreiche Termine, welche die frei zur Verfügung stehende Zeit auf ein absolutes Minimum schrumpfen lassen:

Gespräche mit Experten, Treffen mit Vertretern aus den Ministerien, Interviews mit Journalisten, Podiumsdiskussionen oder Sitzungen der fraktionsinternen Gruppen, wie der Gruppe der Frauen oder der Jungen Gruppe.

So muss jede einzelne Berliner Woche neu und individuell geplant werden – temporeiche Tage, die mir aber auch viel Freude bereiten.

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